Spekulanten nehmen den Schweizer Franken ins Visier

Die Wirtschafts- und Finanzkrise macht den Menschen im Euroraum seit Jahren zu schaffen. Die immer höher werdende Inflation ist ein Tabuthema, das in den meisten Medien kaum Erwähnung findet. Fakt ist, dass nahezu alle Güter des täglichen Lebens immer teurer werden. Allein Elektronikartikel und Urlaubsreisen sind so günstig wie vor Beginn der Krise. Wer heute im Reisebüro oder im Internet einen Urlaub in Griechenland oder der Türkei bucht, freut sich über die niedrigen Preise. Ferienreisen unternimmt man allerdings nur ein- oder zweimal im Jahr – Lebensmittel und andere Güter müssen dagegen häufig eingekauft werden.

Die europäischen Finanzmärkte sind seit ihrer Deregulierung, die seit den 90er Jahren vorangetrieben wird, höchst instabil. Ein Faktor, der Finanzhütern ein besonderer Dorn im Auge ist, sind die vielen Spekulanten, die Unsummen auf den Verfall von Währungen setzen und so die Wirtschaft destabilisieren. Die französische Großbank Société Générale erwartet für die nahe Zukunft heftige Attacken von Spekulanten gegen den Schweizer Franken. Nach Meinung von Analysten könnte der Eurokurs schon Mitte des Jahres 2014 bei 1,35 Franken liegen. Der momentane Kurs liegt bei 1,23 Franken.

Seit der Zuspitzung der Eurokrise hat der Schweizer Franken Investoren aus allen Weltregionen als sicherer Hafen gedient. Eine Studie der Société Générale kommt zu dem Schluss, dass es damit bald vorbei sein könnte. Die Bank prognostiziert, dass der Kurs des Schweizer Franken gegenüber dem Euro innerhalb der nächsten zehn bis zwölf Monate um 10 Prozent einbrechen könnte. Diese Annahme basiere auf der Tatsache, dass das systemische Risiko in der Eurozone zurückgegangen sei. Die Finanznot von Euroländern wie Irland und Griechenland werde nun endlich bekämpft; zudem rücke eine Einigung zur Bankenunion in greifbare Nähe.

Wirtschaftliche Indikatoren deuten nach Meinung der Analysten darauf hin, dass den Euroländern ein wirtschaftlicher Aufschwung bevorsteht. Eine Verbesserung der Wachstumsaussichten für die Länder der Eurozone hätte nach Ansicht der Société Générale negative Folgen für den Schweizer Franken, der seinen Reiz für Investoren verlieren würde. Der sogenannte “Einkaufsmanager-Index” für die Eurozone erreichte im Juli 2013 den höchsten Stand seit zwei Jahren. Da sich außerdem eine Erholung der Konjunktur in den USA andeutet, erwartet die Bank, dass Kapital aus sicheren Häfen wie dem Schweizer Franken in Investments abfließt, die höhere Renditen versprechen.

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