Diamantbestattung – Was, wie und warum

Seit einiger Zeit gibt es einen neuen Trend in Sachen Bestattung – etwas außergewöhnlich, fernab von einem herkömmlichen Begräbnis und für einige auch etwas dekadenter: die Diamantbestattung. Dabei ist diese Bestattungsform nicht zwangsläufig teuer: Beim Schweizer Anbieter LONITÉ ist die Diamantbestattung zum Beispiel bereits ab 2,400 Euro erhältlich.

Was erst einmal verwirrend klingen mag, ergibt bei etwas Recherche durchaus Sinn. Nach der Feuerbestattung, die in Ländern wie Japan weitaus üblicher ist als in Europa, bleibt eine Sache: Asche. Und warum nicht diese nutzen, um eine unvergessliche Erinnerung an diesen besonderen Menschen zu kreieren?

In der Kremationsasche befindet sich bei korrektem Verfahren (“korrekt“ bedeutet in diesem Fall eine Einäscherung bei Temperaturen von 800°C bis 950°C, damit genug amorpher Kohlenstoff in der Asche verbleibt) Kohlenstoff, woraus Diamanten ja schließlich bestehen.

Da die herkömmliche Temperatur bei einer Einäscherung um die 1200°C beträgt, benötigt es schon mal ein bestimmtes Verfahren um überhaupt die passende Asche zu erhalten.

Dann wird, bei einem Druck von etwa 50.000 bis 60.000 bar, und einer Temperatur von 1800 bis 2000 Kelvin, der amorphe Kohlenstoff kristallisiert. Meist wird ein Katalysator hinzugegeben um das Ergebnis zu beschleunigen, das trotzdem erst nach einigen Wochen sichtbar wird.

Das Produkt ist ein Rohdiamant in der Größe von 0,4 bis 1 Karat, also etwa 80 bis 200 Milligramm. Um ihn nun in eine schöne Form zu bringen, wird er noch poliert und geschliffen. Sogar eine Mikrobeschriftung kann angebracht werden.

Die Farbe kann von weiß, bis zu einem leicht bläulichen Schimmer variieren, der aufgrund von Boreinschlüssen typisch ist. Die Farbe lässt sich nicht vorhersagen, doch falls es zu einer anderen Färbung kommt, ist diese durch andere Einschlüsse bedingt.

Diamantbestattung in Deutschland, Schweiz und den Niederlanden

In Deutschland ist es derzeit verboten, Kremationsasche zuhause zu lagern. Darum ist eine Diamantbestattung streng genommen verboten, obwohl sie von einigen Firmen angeboten, auf dieser Weisen umgangen und allgemein auch geduldet wird.

Häufig wird es aber nur auf den vorherigen Wunsch des Verstorbenen hin gemacht. In Staaten wie der Schweiz oder in den Niederlanden ist eine Diamantbestattung jedoch legal, weshalb viele Deutsche sich an diese Länder wenden, wenn ein Wunsch danach besteht.

Neben dem “normalen“ Bestattungsdiamant gibt es auch den sogenannten “Erinnerungsdiamant“, welcher aus dem Keratin menschlicher Haare gefertigt wird.

Dabei wird eine angemessene Menge an Haaren verkohlt, um genügend amorphen Kohlenstoff für einen Diamanten zu gewinnen. Solch ein Kristall kann auch von den Haaren noch lebender Personen angefertigt werden.

Ferner gibt es die “Edelsteinbestattung“, welche sich insofern von den anderen Arten unterscheidet, dass hier nichts in einen Kristall umgewandelt wird, sondern die Asche lediglich für einen bestimmten Zeitraum zusammen mit einem Edelstein gelagert wird.

Der Gedanke dahinter ist, dass der Stein dadurch einen gewissen ideellen Wert gewinnt, und von der Asche “energetisiert“ wird. Diese Variante ist deutlich günstiger als die anderen beiden.

Da bei einer Diamantbestattung nicht alle Asche einer Person, sondern häufig nur ein sehr geringer Teil gebraucht wird, kann der Rest in einer Urne bestattet werden.

Dies spricht gegen den Grundsatz der International Cremation Federation (ICF), welcher besagt, dass “die Asche einer Person unteilbar ist“. Folglich besteht viel Kritik an diesen alternativen Arten der Bestattung.

Abschließend kann man sagen, dass die Diamantbestattung eine schöne Sache sein kann, vor allem für Menschen, die sich nach dem Tod einer geliebten Person mehr als Erinnerung wünschen, als eine simple Urne oder ein Grab.

Obwohl die Meinungen zu diesem Thema noch sehr geteilt sind, gewinnt die Diamantbestattung immer mehr an Beliebtheit. Wie auch immer Sie sich entscheiden, wenn Ihr Herz Ihnen sagt, dass es das Richtige ist, dann sind Sie auf dem richtigen Weg, egal, ob Diamantbestattung oder herkömmliches Begräbnis.

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